Klassifizierung

Die Hadithe lassen sich nach dem aktuellen Stand der Forschung in vier Kategorien aufteilen, nämlich in ṣaḥīḥ, ḥasan, ḍaʿīf und mauḍūʿ. Erfahre in diesem Bereich, was diese Kategorien bedeuten und vieles mehr. 

Ṣaḥīḥ

Ṣaḥīḥ ist ein Hadith, wenn er die von den Hadithgelehrten unter Einstimmigkeit aufgestellten Kriterien in höchster Qualität erfüllt. Informiere dich hier über diese Anforderungen und erfahre über die Entwicklung des Hadith ṣaḥīḥ.

Hasan

Ḥasan ist ein Hadith, der auf einer etwas niedrigeren Stufe der Authentizität steht als der ṣaḥīḥ. Sie wurde im dritten Jahrhundert n. H. als eigenständige Kategorie angesehen. Erfahre in hier mehr über den Hadith ḥasan

Ḍaʿīf

Wenn ein Hadith die Anforderungen eines authentischen Hadith nicht erfüllt, wird er schwach – ḍaʿīf genannt, wobei zwischen leichter und starker Schwäche unterschieden wird. Hier werden diese Kategorien, sowie ihre Arten abgehandelt.

Mauḍūʿ

Erfundene und fiktive Hadithe, die dem Propheten (s) zugeschrieben werden, haben in der Fachterminologie die Bezeichnung mauḍūʿ. Hier wird erläutert, wann ein Hadith als erfunden klassifiziert wird. Darüber hinaus wird die Thematik der Ersterscheinung von fiktiven Hadithen abgehandelt.

Die Klassifizierung der Hadithe – ein Überblick

Im Allgemeinen wird bei der Frage nach der Authentizität von Hadithen zwischen authentischen und nichtauthentischen bzw. schwachen Hadithen unterschieden. Authentische Hadithe dienen in der Rechtsprechung und in anderen Bereichen des Islams, wie z. B. in der Glaubenslehre als Beweise.

Mit der Entwicklung der Hadithwissenschaften und der Etablierung der Unterscheidungskriterien für die Authentizität von Überlieferungen teilten die Hadithgelehrten die Überlieferungen diesbezüglich in drei Hauptkategorien auf: in ṣaḥīḥ, ḥasan und ḍaʿīf. Die nicht authentischen Hadithe (ḍaʿīf) unterteilte man wiederum in solche mit leichten und solche mit starken Schwächen. Neben authentischen Hadithen werden von einigen Rechtsgelehrten auch welche mit leichten Schwächen in der Rechtsprechung als Beweise berücksichtigt. Gänzlich verworfen werden nur Hadithe mit starken Schwächen, d. h., wenn bspw. die Tradentenkette einen unehrlichen oder einen sehr unzuverlässigen Tradenten beinhaltet.

Imām at-Tirmiḏī (gest. 279/892) gilt als der Erste, der in seiner Hadithsammlung Sunan at-Tirmiḏī Hadithe in drei Kategorien als ṣaḥīḥ, ḥasan und ḍaʿīf klassifizierte. Davor unterschied man nur zwischen authentischen (maqbūl, ṣaḥīḥ) und unauthentischen (mardūd, ḍaʿīf), auch wenn die Verwendung des Begriffs ḥasan bereits vor ihm vereinzelt Anwendung fand. Deshalb sind andere Hadithgelehrte der Auffassung, dass at-Tirmiḏī diesen Begriff bzw. die Dreier-Aufteilung als Erster in großem Maße verwendete und sie somit unter den Hadithgelehrten verbreitete. In dieser Kategorisierung wurde der Hadith mit leichten Schwächen als eigene Kategorie gesehen und als ḥasan (gut) bezeichnet. At-Tirmiḏī definierte diese Kategorie näher und gab drei Eigenschaften an, die für einen guten Hadith notwendigerweise vorhanden sein müssen: erstens darf die Tradentenkette keinen Lügner beinhalten, zweitens darf es keine Abweichung zu einer stärkeren Alternativüberlieferung geben (šāḏḏ), und drittens muss der Hadith durch eine andere, mindestens gleich starke Alternativkette gestützt werden.

Diese Aufteilung etablierte sich dann unter den Hadithgelehrten und wurde als allgemein anerkannte Kategorisierung angenommen. Allerdings gibt es Meinungsunterschiede darüber, wann ein Hadith in welche Kategorie eingeordnet werden muss (dies wird in den jeweiligen Kategorien genauer beleuchtet).

Darüber hinaus wird von einigen Gelehrten noch eine Unterkategorie des schwachen Hadiths als weitere Hauptkategorie aufgeführt: die des erlogenen Hadiths (mauḍūʿ). Dies wird sowohl aufgrund ihrer Wichtigkeit als auch durch die diesem Hadith zugeordnete umfangreiche Literatur begründet, in der erlogene Hadithe aufgelistet und Grundlagen über die Vorgehensweise zur Aufdeckung von erlogenen Hadithen behandelt werden. Auch Werke, die Lügner oder verdächtige Personen alphabetisch auflisten, wurden explizit hierfür erstellt. Erfundene Hadithe sind in Wirklichkeit keine Hadithe, dennoch werden sie – mal abgesehen von der linguistischen Übereinstimmung – als solche klassifiziert, da sie der äußeren Form nach der konventionellen Charakteristik von Hadithen (bestehend aus isnād und matn) entsprechen.

 

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